Planung des Stromkreises, Schutzmaßnahmen, Anschluss und Inbetriebnahme müssen durch einen qualifizierten Elektrofachbetrieb erfolgen. Dieser Ratgeber ersetzt keine Prüfung vor Ort.
Stromversorgung prüfen
Eine Wallbox benötigt je nach Ausführung bis zu 11 oder sogar 22 kW. Der Fachbetrieb prüft, ob Hausanschluss, Zählerschrank, Leitungsweg und vorhandene Verbraucher genügend Reserve bieten. Bei mehreren Ladepunkten kann ein Lastmanagement sinnvoll sein.
Die passende Wallbox wählen
Die Wallbox muss zum Fahrzeug, zur verfügbaren Leistung und zum Einsatzort passen. Die meisten aktuellen Elektroautos können an Wechselstrom (AC) mit max. 11kW geladen werden. Wichtige Kriterien sind ein festes Kabel oder eine Typ-2-Buchse, die erforderlichen Schutzfunktionen, Zugangssteuerung, Abrechnungsmöglichkeiten und gegebenenfalls die Einbindung von Photovoltaik oder Energiemanagement.
Mehr Funktionen sind nicht automatisch besser. Für viele private Stellplätze genügt eine robuste 11-kW-Wallbox mit gut erreichbarem Kabel.
AUTODOC informiert: "Die Wahl der für Sie richtigen Wallbox hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der benötigten Ladeleistung Ihres Elektrofahrzeugs, der aktuellen Verfügbarkeit von Stromanschlüssen sowie den Installationsmöglichkeiten. In den meisten Fällen werden Wallboxen mit ganz unterschiedlichen Ladeleistungen angeboten. Diese decken dann den Bereich einer normalen Wallbox-Ladung bis hin zu einer so genannten Schnellladung ab. Für den privaten Gebrauch zu Hause sind Wallboxen mit moderater Ladeleistung oftmals ausreichend, da Sie genügend Zeit haben, um auf das Aufladen zu warten, da dieses meist nachts geschieht. Dabei bieten solche Geräte eine gute Balance zwischen Ladezeit, Stromverbrauch sowie der Schonung der Fahrzeugbatterie und sind für die meisten täglichen Bedürfnisse ausreichend."
Den Standort festlegen
Das Kabel sollte den Fahrzeuganschluss erreichen, ohne Wege zu queren oder unter Zug zu stehen. Denken Sie an unterschiedliche Parkpositionen und ein späteres anderes Fahrzeug. Im Außenbereich muss die Wallbox für die dortigen Witterungsbedingungen geeignet sein.
Installieren lassen
Der Elektrofachbetrieb dimensioniert Zuleitung und Absicherung, prüft die vorgeschriebenen Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen und nimmt die Anlage fachgerecht in Betrieb. Eigenmontage am Netzanschluss ist keine sichere Option.
Bei Miet- oder Wohnungseigentum ist zusätzlich die Zustimmung beziehungsweise das gesetzlich vorgesehene Verfahren mit Vermieter oder Gemeinschaft zu klären, bevor Aufträge erteilt werden.
Funktion und Bedienung prüfen
Lassen Sie sich Schutzfunktionen, Freigabe, Statusanzeigen und das sichere Beenden des Ladevorgangs erklären. Testen Sie die Wallbox mit dem Fahrzeug und bewahren Sie Prüf- und Installationsunterlagen auf.
Beim Netzbetreiber melden
In Deutschland sind Ladeeinrichtungen vor ihrer Inbetriebnahme dem Netzbetreiber mitzuteilen. Übersteigt die Summen-Bemessungsleistung 12 kVA, ist vor der Inbetriebnahme zusätzlich seine Zustimmung erforderlich. In der Praxis übernimmt der Elektrofachbetrieb häufig die Kommunikation.
Wallboxen mit mehr als 4,2 kW, die seit dem 1. Januar 2024 in Niederspannung in Betrieb genommen werden, unterliegen grundsätzlich der netzorientierten Steuerung nach § 14a EnWG. Eine vollständige Abschaltung ist dabei nicht vorgesehen; im Gegenzug winkt eine Netzentgeltreduzierung.
Den zuständigen Netzbetreiber finden Sie in der Regel auf der Stromrechnung oder am Zähler. Lassen Sie die für Ihren Anschluss geltenden Formulare und technischen Vorgaben vor dem Kauf prüfen.
Amtliche Quellen: Bundesnetzagentur – Wallbox, Netzanschluss und § 14a EnWG, § 19 NAV.