Anschlüsse am Fahrzeug
Elektroautos können mit Wechselstrom (AC) oder Gleichstrom (DC) geladen werden. Für AC gab und gibt es die Standards Typ 1 (veraltet) und Typ 2; beim DC-Laden sind vor allem CCS und (veraltet) CHAdeMO anzutreffen.
Ältere Elektrofahrzeuge asiatischer Produktion, etwa frühe Nissan Leaf oder Kia Soul EV, besitzen häufig noch Typ 1 für AC und CHAdeMO für DC. Für eine Typ-2-Ladesäule ist dann ein passendes Typ-2-auf-Typ-1-Kabel nötig. Bei aktuellen Fahrzeugen ist in Europa die Kombination aus Typ 2 und den zusätzlichen CCS-Kontakten üblich.
Auch das Laden an einer Haushaltssteckdose ist mit einem geeigneten mobilen Ladegerät (ICCB) möglich. Die dafür verwendete Elektroinstallation sollte jedoch fachlich geprüft sein, um Brandschäden zu verhindern.
Ladeleistung ist nicht gleich Ladegeschwindigkeit
Die Ladeleistung wird in Kilowatt (kW) angegeben. Je höher sie ist, desto kürzer kann die Ladezeit sein. Entscheidend ist aber immer das Zusammenspiel aus Ladestation, Fahrzeug und Batterie.
Beim AC-Laden begrenzt das im Auto eingebaute Ladegerät die Leistung. Viele Fahrzeuge laden mit bis zu 11 kW, einige mit 22 kW. Beim DC-Schnellladen übernimmt die Station die Umwandlung und kann deutlich höhere Leistungen bereitstellen.
Das Batteriemanagement reduziert die Leistung abhängig von Ladezustand und Temperatur. Ein kalter oder bereits weit geladener Akku lädt meist langsamer. Für Reisezeiten ist deshalb die Ladekurve wichtiger als ein einzelner Maximalwert.
Anschlüsse an öffentlichen Ladestationen
AC-Ladepunkte haben in Europa oft kein fest angeschlagenes Kabel, sondern eine Typ-2-Buchse; dafür benötigen Sie Ihr eigenes Ladekabel. Übliche AC-Ladepunkte stellen 11 oder 22 kW bereit.
DC-Ladepunkte besitzen fest angeschlagene Kabel. CCS ist der verbreitete Standard, CHAdeMO ist nur noch für kompatible Bestandsfahrzeuge relevant. DC-Schnellladepunkte reichen je nach Standort und Bauart von niedrigeren Leistungen bis zu High-Power-Charging mit mehreren hundert Kilowatt. Das Auto fordert beim Laden nur die Leistung an, die es verarbeiten kann.
Die praktische Einordnung
- Prüfen Sie vor einem Kauf, welchen AC- und DC-Anschluss Ihr Wunschfahrzeug besitzt.
- Ein eigenes Typ-2-Kabel gehört zur Grundausstattung, um an vielen AC-Ladesäulen laden zu können.
- Die Säule darf höhere Ladeleistungen bereitstellen als das Auto benötigt und verarbeiten kann – das ist unproblematisch, weil das Fahrzeug die Leistung anfordert und regelt.
- Planen Sie bei Kälte und hohem Akkustand mehr Ladezeit ein.